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Glocke, Freitag, 05.12.2008
Freiherr-von-Ketteler-Hauptschule
Schüler erleben Gewalt von der Theater-Mitte aus
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Warendorf (gl). Es war schon eine ungewöhnliche Atmosphäre. Nicht die Schauspieler,
sondern die Schülerinnen und Schüler der Freiherr-von-Ketteler-Hauptschule waren gestern
der Mittelpunkt des Theaterstückes "Tatverdächtige".
Während die Schüler in der Mitte des Raumes saßen, stellten sich die sechs jungen Mimen der
Münsteraner "Theatermafia" rundherum auf Schultische und warfen mit schmissigen Dialogen um
sich.
Das Thema Gewalt an Schulen wurde in verschiedenen kurzen Szenen verdeutlicht. Ging es nun
darum, einfach mal das Handy seines Kollegen "abzuzocken" oder eine derbe Prügelei
darzustellen, das Sextett brachte sämtliche Szenen lebensnah rüber. Dazu gehörten auch
Texte, die kein Blatt vor den Mund namen. Kraftausdrücke und sexistische Äußerungen in
jugendtypischem Stil spiegelten zumindest teilweise die bittere Realität wieder.
Nicht nur die Schauspieler waren gestern ständig in Bewegung. Auch das Publikum musste
immer präsent sein. Da die Schüler aufgrund ihrer Position in der Mitte immer mindestens
zwei Darsteller im Rückenhatten, wurden Hälse verrenkt und Köpfe verdreht. Genau das war
von der "Theatermafia" auch so gewollt, fühlte sich das Publikum doch so in der Handlung
eingebunden.
Die drei weiblichen und drei männlichen Charaktere spiegelten das gesamte Schüler-Spektrum
wieder. Ob es nun der coole Typ mit seiner zur Schau gestellten
"Mir-kann-keiner-was"-Haltung, der ausgegrenzte Streber, der gemobbte Duckmäuser oder die
sich ungerecht behandelt fühlende Zicke war. Jeder Einzelne beeindruckte als Solist ebenso
wie das harmonische sechköpfige Ensemble insgesamt.
Das Theatersück "Tatverdächtige" beschäftigte die Von-Ketteler-Schüler gestern aber nicht
nur während der Aufführung. Im Unterricht wurde es anschließend besprochen, diskutiert
und szenenthematisch unter die Lupe genommen.
Christian Hveli
Das Ensemble "Theatermafia" aus Münster thematisierte Gewalt an Schulen an der
Warendorfer Freiherr-von-Ketteler-Hauptschule, hier mit Johanna Wiesen und Antonio
Lehmann.
Bild: Havelt
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Münstersche Zeitung, Donnerstag, 30.10.2008
Tödliches Geheimnis aus Kindertagen
Theater: "Sahne verdirbt den Geschmack"
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Münster. 26 Jahre lange sind sie sich mehr oder weniger aus dem Weg gegangen.
Schnelle Postkartengrüße zu Weihnachten oder Neujahr und kurze Telefonate, wenn eine
von ihnen Geburtstag hatte. Jetzt erfährt Hanna, dass ihre Mutter im Sterben liegt. Sie
packt ihre Koffer und macht auf den Weg zurück in das Dorf ihrer Kindheit. In Gedanken
ist sie wieder 15 Jahre alt und lebt die Ereignisse, die damals zum Bruch geführt
haben, noch einmal durch.
Vorlage von Mankell
"Sahne verdirbt den Geschmack - eine tödliche Einladung" nennt Regisseur Andreas Strietzel
seine Inszenierung mit einem sechsköpfigen Ensemble junger Schauspieler. Das Stück ist nach
einem Text von Henning Mankell entstanden und wurde am Dienstag mit großem Erfolg beim
Theaterfestival Play-Station im Paul-Gerhardt-Haus aufgeführt.
Angestiftet von ihrer Freundin Schwalbe, heckt die junge Hanna allerlei Streiche aus, statt
sich um die Schule zu kümmern. Sehr zum Leidwesen ihrer Mutter (Kirsten Sandmann), die
sich als Kellnerin über Wasser hält und will, dass ihre Tochter es einmal besser hat. Als
bei einem der Streiche die geistig behinderte Aurelia (Pia Schlickeiser) ums Leben kommt,
wird Hanna vom Pferdehändler (Niels Pieper) erpresst. Sie klaut das Geld, das sich ihre
Mutter mühsam zusammengespart hat, um eines Tages aus ihrem tristen Dasein ausbrechen zu
können. Die Mutter entdeckt den Diebstahl zwar, sagt aber aus Enttäuschung nichts. Auch die
Tochter findet vor Schuldgefühlen keine Worte.
Anja Rautenbach als Hanna und Rebecca Hannemann als Schwalbe spielen eine
Teenagerfreundschaft durch, bei der anfangs ein gewisses Gleichgewicht herrscht. Doch immer
mehr wird Schwalbe zur Dominierenden, zu der Hanna halb bewundernd, halb ängstlich aufschaut.
Diese unheilvolle Entwicklung zeichnen die Darstellerinnen glaubhaft und mit viel Gespür
für feine Nuancen nach. Auch das restliche Ensemble überzeugt durch sensibles und
ausdruckstarkes Spiel.
Helmut Jasny
Ein Streich ist tödlich ausgegangen, und Hanna (Anja Rautenbach)
wird vom Pferdehändler (Niels Pieper) erpresst.
MZ.Foto Jasny
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Münstersche Zeitung, Mittwoch, 29.10.2008
Klaus Pumpernickel backt kleine Brötchen
Theaterfestival "Play-Station" gestartet
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Münster. Sie heißt Jaqueline Mettwurst, ist trotz ihrer zarten 14 Jahre bereits
fertig ausgebildete Fleischereifachverkäuferin und hat keinen größeren Wunsch, als
irgendwann einmal das Abitur nachzuholen. Ihr Partner ist 48, hört auf den bodenständigen
Namen Klaus Pumpernickel und backt am liebsten kleine Brötchen. Im Tierheim haben die beiden
ihr erstes Rendezvous. Hier sollen sie sich Hals über Kopf ineinander verlieben.
Käme ein Bühnenautor mit einer solchen Exposition an, man würde ihm das Manuskript um die
Ohren hauen. Aber beim Impro-Battle "Rosenkrieg" im Paul-Gerhardt-Haus gelten andere Regeln.
Hier bestimmt das Publikum, was gespielt wird. Und das ist für die gegeneinander antretenden
Gruppen, die sich beide aus der von Olaf Herzog geleiteten "Theatermafia" rekrutieren,
nicht immer einfach.
So müssen die Schauspieler der "Culturbanausen" versuchen, das von den
"Üblichen Verdächtigen" vorgelegte Techtelmächtel zwischen Bäcker und
Fleischereifachverkäuferin mit einer Romanze zwischen einer 62-jährigen Bibliothekarin und
einem 23-jährigen Fischer namens Winnie Wal zu übertrumpfen. Was leider nicht ganz gelingt.
Zumindest nicht aus Sicht der Jury, die einen Punkt weniger vergibt.
Tanzende Regenwürmer
Nach vier Runden mit tanzenden Regenwürmern, sprechenden Steinen und anderen
Absonderlichkeiten geht es ins Finale. Offene Improvisation ist jetzt angesagt.
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Zum Schreien: Szene aus dem "Rosenkrieg"
MZ-Foto Jasny
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Einzige
Vorgabe ist das Thema: Lohnsteuerjahresausgleich. "Die üblichen Verdächtigen" überzeugen
mit einer graziösen Balletteinlage, während bei den "Culturbanausen" die Finanzkrise den
Staat fest im Würgegriff hat. Obwohl die Jury für diesen aktuellen Bezug reichlich Punkte
vergibt, reicht es für die "Culturbanausen" am Ende doch nur für einen zweiten Platz.
Das Impro-Battle "Rosenkrieg" bildet den Auftakt zum Theaterfestival Play-Station, das in
diesem Jahr bereits zum vierten Mal stattfindet und noch bis Freitag dauert.
Helmut Jasny
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Westfälische Nachrichten, Montag, 27.10.2008
Weibliche "Theatermafia":
Mehr als eine Lachnummer
Mädchen im Paul-Gerhardt-Haus räumen mit Klischees auf
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Beeindruckend professionell mimen die Mädchen der "Theatermafia" in ihrem
Stück "Es geht um Frauen, Mann!" unterschiedliche weibliche Charaktere.
Foto: -jou-
Von Johanna Uchtmann
Münster. Im Publikum sitzt eine Frau Ende 40. Die Augenbrauen sind hochgezogen,
sie spricht sogar einige Worte aus dem Text mit, ganz leise und berührt mit den
gefalteten Händen die Unterlippe. Sie fühlt mit. Sie ist Mutter, sozusagen der sich
sorgende, Anteil nehmende Mutter-Prototyp, der das Klischee voll und ganz erfüllt. Sie
spielt ihre Rolle nicht. Ganz anders als die Tochter, die gerade auf der Bühne in der
Premiere des Stückes "Es geht um Frauen, Mann!" die karriereorientierte "Businessfrau"
mimt.
Die siebenköpfige Mädchentheatergruppe "Jurí" des Ensembles "Theatermafia" führte im
Paul-Gerhardt-Haus die Premiere ihres dritten und letzten Stückes auf, das sich mit
weiblichen Stereotypen beschäftigt. Die Mädchen haben das Stück zusammen mit den
Theaterpädagogen Olaf Herzog und Inga Winkel geschrieben. Es geht der Frage nach: Passt
jede Frau in eine Schublade, und wie viel Klischee steckt in mir?
"Wir haben etwa neun Monate daran gearbeitet und zuerst jede Woche, schließlich sogar
täglich geprobt", erläutert Herzog die Arbeit. "Aber es hat unheimlich viel Spaß gemacht,
und ich bin auch wirklich traurig, dass die Gruppe sich nach diesem Stück auflösen
wird." Die Mädchen feiern mit "Es geht um Frauen, Mann!" gewissermaßen ihr großes Finale.
Sie sind alle zwischen 18 und 22 Jahre alt und beginnen nun Studium oder Ausbildung. "Ich
habe sie kennen gelernt als sie 15 waren und jetzt sind aus den Mädchen Frauen geworden",
erklärt Herzog wehmütig sowohl Themenauswahl als auch Trennungsgründe.
Klanglos verabschieden sich die Mädchen aber nicht: Beeindruckend selbstbewusst und
konsequent zeichnen die Jungschauspielerinnen auf der Bühne sieben unterschiedliche
Charaktere und üben mal mehr, mal weniger subtil Kritik an gesellschaftlichen
Konventionen, an diskriminierenden Fernsehformaten oder dem schlichten
"Schubladendenken". Die Mädchen geben sich einmal glamourös, dann wieder sexy,
zielstrebig oder sogar burschikos. Was die unterschiedlichen Typen eint, ist ihre
Botschaft. Die hemdsärmelige Olga bringt es auf den Punkt: "Und wenn ihr denkt, das
alles hier wäre nicht wichtig, wäre nur eine Lachnummer, dann könnt ihr mich mal!"
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Münstersche Zeitung, Freitag, 24.10.2008
Rollenklischees unserer Zeit
Mädchentheatergruppe spielt "Es geht um Frauen, Mann!"
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Mit ihrer neuen Produktion "Es geht um Frauen, Mann!" greift die
Mädchentheatergruppe das Thema Rollenklischees auf.
Münster. "Es geht um Frauen, Mann!" ist nun bereits die dritte Produktion der
Mädchentheatergruppe um die Theaterpädagogen Olaf Herzog und Inga Winkel. Die
Teilnehmerinnen zwischen 17 und 20 Jahren zeigen diesmal eine wilde Collage rund um das
Thema Frauenbilder und Rollenklischees unserer Zeit.
Neben einer Diva, einer Karrierefrau und dem süßen Mädchen von nebenan tummeln sich noch
so einige Stereotypen auf der Bühne, die mehr oder weniger engagiert für sich und ihre
Ansichten kämpfen. Dem Publikum stellt sich hier die Frage: Passt jede Frau in eine
Schublade und wie viel Klischee steckt in mir?
Das Stück feiert am Freitag (24. Oktober) um 20 Uhr im Jugendzentrum im Paul-Gerhardt-Haus,
Friedrichstr. 10, Premiere. Weitere Aufführungen finden am Samstag (25. Oktober) und
Sonntag (26. Oktober) jeweils um 20 Uhr statt. Kartentelefon: 02 51 / 5 40 36
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Münstersche Zeitung, Samstag, 27.09.2008
Fort vom Bildschirm, ab auf die Bühne
Theaterfestival "Play-Station IV"
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Münster. Das Jugendzentrum im Paul-Gerhardt-Haus (PG) ist seiner Zeit voraus. Ab 27.
Oktober gibt es dort bereits die "Play-Station IV".Nanu? Weltweit ist doch erst die dritte
Ausgabe der elektronischen Spielekonsole erschienen. Des Rätsels Lösung: "Play-Station"
heißt das beliebte Theaterfestival im PG. Die Idee: Junge Menschen zum gemeinsamen Spiel
auf die echte Bühne zu bringen - weg von der Isolation der Spielekonsole.
Mit Erfolg. Rund 500 Zuschauer kommen jährlich zu den selbst konzipierten und inszenierten
Theaterstücken und den Workshops. Immer mehr junge Menschen engagieren sich auf der Bühne,
opfern viel Freizeit. "Das ist schon toll, weil zwischen der ersten Konzeption und dem
fertigen Stück immerhin sechs Monate harte Arbeit liegen", sagt Olaf Herzog, künstlerischer
Leiter des PG. "Für viele ist die Theaterarbeit eine Art Lebensbewältigung", ergänzt
Festivalorganisator Andreas Lehr. Nicht umsonst gibt es in der Sparte Improvisation die
größte Nachfrage: "Gerade hat sich die dritte Gruppe gegründet. Ich könnte munter zwei
weitere Gruppen einrichten, wenn wir dazu das Geld hätten", seufzt Herzog.
"Play-Station IV" geht vom 27. bis 31. Oktober über die Bühne. Den Anfang macht das Theater
Jurí mit einer wilden Collage um Rollenbilder: Es geht um Frauen - Mann!" (25./26. Oktober).
Voll wird es beim "Rosenkrieg" (27.10.), wenn die beiden Impro-Ensembles "Culturbanausen"
und "Die üblichen Verdächtigen" gegeneinander antreten. Professionelle Theaterpädagogen und
Regisseure laden zu Workshops ein: Mit Stimm- und Sprechtraining sowie Übungen zum
"Chorischen Ensemble".
27. bis 31. Oktober, Paul-Gerhardt-Haus, Friedrichstraße 10, Telefon 0251/54036
www.pg-muenster.de
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Westfälische Nachrichten, Freitag, 26.09.2008
Lebensschulung und Kultur für junge Menschen
"Play-Station IV": Theaterfestival im Paul-Gerhardt-Haus
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-lim- Münster. Der Name des Angebots für Jugendliche lässt manche Mutter und manchen
Vater sicher aufschrecken: "Play-Station IV". Das klingt verdächtig nach ewigem Gezocke vor
der Spielkonsole. Doch im Paul-Gerhardt-Haus Jugendzentrum geht es um gänzlich anderes: Vom
27. bis 31. Oktober soll in Workshops ein Theaterstück erarbeitet werden, das am letzten Tag
des Festivals aufgeführt wird. Fünf Tage Kultur also statt Computerballerei.
An den Abenden vor dem letzten Tag wird es Vorstellungen von bereits laufenden
Theaterprojekten geben. Beispielsweise eine "Impro-Battle" oder das Stück "Es geht um
Frauen, Mann!", eingeübt vom Ensemble des Paul-Gerhardt-Zentrums, der "Theatermafia". Und
auch eine Lesung wird es geben.
"Bei unseren Theaterproduktionen geht es um die Vermittlung von Sozialkompetenzen", sagt
Andreas Lehr vom Zentrum. Gleichzeitig, so der Sozialarbeiter weiter, handele es sich um
Kulturarbeit für Jugendlcihe. Die meist 15 bis 21-Jährigen machen laut Lehr während des
Workshops "eine enorme Entwicklung" durch: Gebe es zu Bebinn bei einigen
Kommunikationsblockaden oder das Problem, "sich zu öffnen", würden die jungen Schauspieler
mit der Zeit immer professioneller. "Mittlerweile gibt es sogar einstige Workshop-Teilnehmer,
die nun selbst Theaterpädagogen sind oder an einer Schuspielsschule lernen", erzählt
Theaterpädagoge Olaf Herzog. Es handele sich eben nicht um schlichtes Theaterspielen,
sondern um eine "Lebensschulung".
Für die Workshops kann man sich vor Ort oder telefonisch unter 5 40 36 anmelden.
Die Organisatoren Andreas Lehr, Heike Sulla und Olaf Herzog (v.l.)
freuen sich auf ein spannendes Festival.
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Münstersche Zeitung, Donnerstag, 01.11.2007
Vergiss die Play-Station, komm auf die Bühne!
Theaterfestival trainiert Jugendliche
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Münster. Wild sprechen die Jugendlichen durcheinander, reihen Alltagserlebnisse
aneinander. Plötzlich Stille. Dann liegen sie auf dem Teppich des Seminarraums im
Paul-Gerhardt-Haus. Sie immitieren den Schlaf, drehen sich, schnarchen oder stöhnen leise, als
hätten sie Alpträume.
Dieser Workschop von Luisa Hausmann ist einer von dreien, in dem 30 Jugendliche zwischen
15 und 20 Jahren in dieser Woche ihre Theaterfähigkeiten erforschen und ausbauen. Sie
trainieren ihre Stimmen, entwickeln Geschichten oder arbeiten wie bei Hausmann an ihrer
Bühnenpräsenz.
"Wir waren noch nie so ausgebucht wie in diesem Jahr", freut sich der Leiter des
Theaterfestivals "Play-Station" Olaf Herzog über die dritte Auflage des Events. Auch die
abendlichen Theateraufführungen sind ausverkauft. Der Titel Play-Station ist ironisch
gemeint, weil immer mehr Jugendliche in ihrem Zimmer alleine am Computer spielen. "Wir wollen
hin zum gemeinsamen Spielen", also raus aus der Isolation der
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eigenen vier Wände, erläutert der Theater- pädagoge den Sinn des Festivals. Außerdem sei
Theaterspielen auch Lebensschulung.
Selbstbewusster
Die 16-jährige Pia Schlickeiser kann das bestätigen. Sie nimmt bereits zum zweiten Mal teil,
weil es ihr im letzten Jahr soviel Spaß gemacht hat. Sie stellt fest, dass durch das
Theaterspielen ihr Selbstvertrauen gestiegen ist und sie leichter auf andere Menschen
zugehen kann. "Außerdem finde ich es schön, auf der Bühne jemand anderes zu sein, besonders
nach einem stressigen Tag in der Schule".
Am Freitagabend werden die Teilnehmer im Rahmen einer Aufführung ihre Ergebnisse dem
Publikum präsentiern. Dann darf man sich von dem Talent der Jungdarsteller und ihren
neugewonnen Fähigkeiten überzeugen.
Heiko Ostendorf
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Westfälische Nachrichten: Dienstag, 30.10.07
Der Schwächste fliegt
"Tatverdächtige" eröffnet Theaterfestival "Play-Station"
Das Stück "Tatverdächtige" zeigte beim "Play-Station"-
Theaterfestival den knallharten Alltag.
Von Ole Cordsen
Münster. Balgen gehört zum Aufwachsen. Spielerisch Grenzen ausloten, seinen Platz
finden und behaupten. Doch schnell sind Grenzen überschritten: Wenn sich die Ereignisse
hochschaukeln, eine Eigendynamik entwickeln. Der anfängliche Spaß kippt. Welche
unterschiedlichen Formen und Umstände von Konflikten und Gewalt Jugendliche in ihrem Alltag
begegnen können, zeigt das Theaterstück "Tatverdächtige". Die Premiere eröffnete das
"Play-Station"-Theaterfestival im Paul-Gerhardt-Haus.
"Tatverdächtige" greift in lose verbundenen Szenen typische Situationen von unterschiedlichen
Jugendlichen auf - vor und hinter den Kulissen. Liebesfrust, Stress mit Eltern und Lehrern,
Konflikte mit Mitschülern. Was weh tut, sind längst nicht nur Schläge. Mindestens so
schmerzhaft können Hänseleien und Beleidigungen werden. Von Ausgrenzung und Spießrutenlaufen
ganz zu schweigen. Gerade noch war es ein harmloses Necken wegen pickeliger Haut oder
Klamotten, schon lacht die ganze Gruppe, wird zum Lynchmob und liefert sich einen munteren
Überbietungs-Wettbewerb um den Thron des derbsten Sprücheklopfers...
"Wenn ich meinen Hintern aus dem Fenster halten würde und du dein Gesicht, könnte man glauben,
wir seien Geschwister!" Brüller. "Wenn ich dein Gesicht hätte, würde ich sogar lachend in
eine Kreissäge laufen." Alle gegen einen, kurzzeitig. Womöglich dauerhaft. Wer Schwächen zeigt,
wird als schüchterne "Schwuchtel" gebrandmarkt und geschnitten.
"Tatverdächtige" zeigt Prolls und vermeintliche Feiglinge, Tussen und Mauerblümchen, das allein
gelassene Schlüsselkind oder den Jungen, dem sein gleichgültiger Vater die Geburtstagsgrüße
nur noch auf dem Anrufbeantworter hinterlässt. Schonungslos und prägnant, ohne zu überzeichnen
oder bewerten.
In der Inszenierung von Olaf Herzog wurden große Tische rund um das kreisförmig sitzende
Publikum zur Bühne. Von denen aus agierten die sieben jungen Schauspieler miteinander - voll
Esprit, glaubhaft umd mit beklemmendem Witz, der das Lachen schnell im Halse stecken ließ. Wie
nah die Szenen des Stückes der Erlebniswelt von Schülern sind, wurde in der anschließenden
Diskussionsrunde mehrfach verdeutlicht, in der die Problemkreise des Stückes noch einmal
gemeinsam erörtert wurden.
www.pg-muenster.de
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Westfälische Nachrichten: Donnerstag, 25.10.07
Mit den "Tatverdächtigen" geht es los
Das große "Play-Station Festival" des
Jugendzentrums im Paul-Gerhardt-Haus
Diese jungen Theaterkünstler sehen nicht verdächtig aus.
Münster. "Wenn ich sehe, dass im Publikum jemand den Atem anhält und ein bisschen
Theater mit nach Hause nimmt, dann haben wir es geschafft." Sagt Johanna Wiesen, eine der
jungen Schauspielerinnen des Ensembles "Theatermafia", das bereits zum dritten Mal zur großen
Theaterwoche einlädt. Beim "Play-Station Festival" im Jugendzentrum im Paul-Gerhardt-Haus
werden drei Theaterstücke und zwei Improvisationstheater-Shows präsentiert.
Eröffnet wird das Festival am Samstag und Sonntag jeweils um 20 Uhr mit der Premiere
"Tatverdächtige", einem Stück über Gewalt unter Jugendlichen. An den folgenden Tagen wird die
Mädchentheatergruppe "Jurí" mit "Herzschlag" und dem Theaterstück "und Jetzt!" ihre
erfolgreichen Produktionen der letzten beiden Jahre noch einmal zeigen. An zwei Abenden
werden die Impro-Gruppen "Die üblichen Verdächtigen" und die "Culturbanausen" einmalige
Theaterabende gestalten (Einzelkarten vier Euro, ermäßigt drei Euro, es gibt auch einen
Drei-Tage- und einen Festival-Pass).
Was muss ein guter Schauspieler mitbringen? Wovor hat er Angst? Alles darf gefragt werden:
Im Anschluss an die Aufführungen laden die Theatermacher zum Gespräch ein. Wer testen will,
ob auch ein Schauspieler in ihm steckt, kann an einem Schauspielworkshop teilnehmen.
www.pg-muenster.de
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Münstersche Zeitung: Mittwoch, 10.10.07
Große Freude
bei den Theatergruppen des Paul-Gerhadt-Hauses: Die Bewohner der Elbestraße sammelten beim
Straßenfest, bei dem eine Improvisationsgruppe des Paul-Gerhadt-Hauses aufgetreten war,
375 Euro. Das Geld soll für Theaterprojekte und Workshops eingesetzt werden.
MZ-Foto hey
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Westfälische Nachrichten: Donnerstag, 10.05.07
Am Theaterspielen "Blut geleckt"
Im Paul-Gerhardt-Jugendzentrum:
Mädchengruppe feiert am 31. Mai Premiere
Sieben junge Frauen zeigen das Bild einer Generation: (vorne, v.l.) Eva
Schemmelmann, Sandra Spielbrink, Leonie Rainer, Leonie Wellmann und Johanna
Wiese; (hinten, v.l.) Anja Rautenbach, Noemi Sander.
Foto: -fz-
Von Frank Zimmermann
Münster, "Dominique weiß, was sie will. Zwar hat sie nach dem Abitur ein Jahr
vertrödelt, aber jetzt will sie in Oxford Jura studieren. Allerdings kommt sie aus kleinen
Verhältnissen, deshalb soll ein Stipendium her. Annemarie glaubt ebenfalls zu wissen, was
sie will: tatsächlich sind es aber ihre Juristen-Eltern, die ihre Karriere planen. Auch
sie will das begehrte Stipendium für Oxford. In einer Berliner Jugendherberge treffen die
Konkurrentinnen aufeinander.
Das ist ein Handlungsstrang des Theaterstücks "Und jetzt?" der Mädchentheaterguppe "Theater
Jurí". Gemeinsam mit den Theaterpädagogen Janina Lehr und Olaf Herzog haben sieben Mädchen
das Stück in den letzen Monaten erarbeitet. "Am Anfang standen Schreibwerkstätten und
Improvisationsübungen, in denen die Mädchen ihre Rollen erarbeitet haben", erklärt Herzog.
Die 16- bis 18-Jährigen haben offenbar "Blut geleckt", denn sie nehmen alle Theaterangebote
des Paul-Gerhardt-Jugendzentrums ("]pg[Jugendzentrum) wahr. So sehen "die Mädels" und die
Theaterpädagogen sich fast täglich.
"Meine Rolle kommt nicht wirklich sympathisch rüber", erzählt Sandra Spielbrink. Die
16-Jährige spielt die verwöhnte Juristen-Tochter Annemarie. Genau wie sie empfindet auch die
18-Jährige Johanna Wiese (im Stück Dominique) ihre Rolle als Gegenpol zu ihren eigenen
Persönlichkeit. Gerade das macht für die Schülerinnen einen Reiz des Theaterspielens aus:
in andere Rolle zu schlüpfen und das Gefühlsleben einer anderen Person nachzufühlen. Beide
waren schon bei der ersten Produktion des Theater Jurí mit von der Partie, als es um
Zickenterror in einem Ferienlager ging.
"Und jetzt?" zeigt sieben junge Frauen, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen. Ein
Freiwilliges Soziales Jahr, eine Reise oder ein Familientreffen führen sie in Berlin
zusammen. So entsteht das Bild einer Generation mit ihren Zukunftsängsten und -hoffnungen.
Deshalb wird das Stück auch von der "Aktion Mensch - die Gesellschafter" gefördert. Am Ende
bleibt offen, wie die Zukunft der einzelnen Mädchen aussehen wird. "Die Zuschauer werden
aber eher betroffen als fröhlich nach Hause gehen", glaubt Anja Rautenbach.
Die Premiere des 75-minütigen Stücks findet am 31. Mai statt. Weitere Aufführungen sind vom 1.
bis 3. Juni, jeweils um 20 Uhr im ]pg[ Jugendzentrum, Friedrichstr. 10. Karten: Tel. 54036.
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Westfälische Nachrichten: Mittwoch, 25.04.07
Goldt-Lesung im Jugendzentrum
Münster "Lettura Bella", der Literaturclub des Paul-Gerhardt-Jugendzentrums,
präsentiert am Donnerstag (26. April) seine neueste Produktion. Die Lesung "Radio - es ist
nicht alles Goldt, was glänzt" ist ein Potpourri unterschiedlicher Szenen von Max Goldt, das
im Gewand einer Radiosendung daher kommt. Die Lesung beginnt um 20 Uhr an der Friedrichstraße
10.
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